Zukunftsthemen E-Health und Telemedizin: Dokumentation in der arte-Mediathek

Zum Thema „E-Health: Vernetzte Gesundheit“ zeigt arte im Futuremag viele Informationen zu Anwendungsfällen der Telemedizin

In der arte-Mediathek ist die Dokumentation „Telemedizin: medizische Hilfe aus der Ferne“ abrufbar. Für viele Menschen bieten erst die Telemedizin bzw. E-Health-Anwendungen überhaupt Zugang zu ärztlicher Versorgung. Hierzulande kann das ergänzende Arztgespräch per Video bald schon Alltag sein. Die technische Infrastruktur wird bereits eingesetzt und auch die gesetzlichen Hürden sind mit der Anpassung des E-Health-Gesetzes weitestgehend abgebaut. Insbesondere im ländlichen Bereich bietet die Online-Sprechstunde als Ergänzung zum Arztbesuch viele Vorteile:

  • sie ist bequem von zu Hause aus möglich,
  • der Arzt kann sich Zeit nehmen und wird nicht von einem vollen Wartezimmer zu rascher Abfertigung bedrängt und
  • nicht zuletzt schützt die Verschlüsselung die übertragenen Daten.
  • Dank eine Dokumentenverwaltung hat der Patient Zugriff auf seine Befunde und
  • kann diese komfortable für die Beratung mit anderen Ärzten zurate ziehen.

Erkenntnisse aus der Wissenschaft: Produktdesign für das Altern

Wie muss ein Produkt für das Seniorenalter eigentlich gestaltet sein, damit es genau die Bedürfnisse seiner Nutzer erfüllt? Die Usability-Experten von SeniorWise haben dazu einen interessanten Artikel veröffentlicht, den wir hier zusammenfassen.

Die Wissenschaft ging lange davon aus, dass zum Alterungsprozess das Bedürfnis gehört, sich etwas zurückzuziehen und mit weniger sozialer Interaktion durchaus ein glückliches Leben im Alter führen zu können. Dem widersprechend wurde argumentiert, dass lediglich äußere bzw. gesellschaftliche Strukturen dafür verantwortlich seien, dass ältere Menschen aufgrund ihrer physischen Einschränkungen von sozialer Interaktion ausgeschlossen werden. Ihre innere Motivation sich auszutauschen und am gesellschaftlichen Diskurs teilzuhaben, unterscheide sich nicht von Menschen mittleren Alters.

Heute weiß man, dass es keinen allgemein gültigen Prozess des Alterns gibt und jeder Mensch individuelle Bedürfnisse hat, die er unabhängig seines Lebensalters verfolgt.
Produktdesign unterstützt die Bedürfnisse des Nutzers. Sinnvolle Produkte für Nutzer im reiferen Alter sollten demnach das Verhalten der Anwender in beide Richtungen unterstützen: Zum einen sollen sie Interaktion ermöglichen, sofern diese vom Senior gewünscht wird. Zum anderen können Produkte dem älteren Menschen dabei helfen, seine Bedürfnisse auch in zunehmender Zurückgezogenheit zu erfüllen.

Dabei muss man berücksichtigen, dass der Wunsch nach Zurückgezogenheit nicht per se schlecht ist. Er ist ein ganz normales individuelles Bedürfnis des Seniors – genau wie es auch bei jüngeren Menschen vorkommt, möglicherweise lediglich etwas häufiger im Alter. Unbewusst wird in jeder Situation neu entschieden, ob eine Aktivität lieber allein oder in Gesellschaft mit anderen unternommen werden soll. Diese Entscheidung wird von zahlreichen Faktoren wie der physischen Verfassung, dem Zeitpunkt am Tag, den Wetterbedingungen und von den zur Verfügung stehenden Interaktionspartnern beeinflusst.

Unterstützung sozialer Interaktion ebenso wichtig wie Ermöglichen von Zurückgezogenheit

Was bedeutet das nun für das Produktdesign? Kluge Produkte sollen den Senior auf der einen Seite darin unterstützen, Situationen unabhängig und allein zu bewältigen. Auf der anderen Seite sollen sie den älteren Menschen darin ermutigen, etwas zu unternehmen und dadurch mehr soziale Interaktionen einzugehen.

Wie können konkrete Angebote aussehen?

  • Produkte und Dienstleistungen sollten dem Nutzer die Freiheit geben, so viel wie möglich von ihrem eigenen Zuhause aus zu erledigen. Dazu gehören bspw. Online-Lieferdienste für Lebensmittel, nutzerfreundliche Online-Banking-Portale und Dienstleistungen wie Physiotherapie, Friseur oder Fitnesstrainer, die direkt zum Senior nach Hause kommen.
  • Produkte sollten gleichermaßen vor übermäßiger Zurückgezogenheit und der damit einhergehenden Vereinsamung schützen. Sie können den Senior dazu motivieren, ihr Zuhause zu verlassen, um andere zu treffen oder zumindest von zu Hause aus mit anderen zu kommunizieren. Beispiele hierfür sind zielgruppengerechte Soziale Netzwerke und Plattformen zur Verabredung von gemeinsamen Ausflügen oder sportlichen Aktivitäten. Dazu gehören auch Kommunikationsmittel, die dem Senior erlauben, virtuell am Leben der Familienmitglieder teilzunehmen und den Austausch von Nachrichten und Bildern ermöglichen.

Letztendlich entscheidet sich jeder Senior individuell für die Zurückgezogenheit oder den Austausch mit anderen. Aus ethischer Sicht sollten Produktdesigner den „sozialeren“ Weg fördern, indem Dienstleistungen zum Beispiel immer auch die analoge Kommunikation von Angesicht zu Angesicht anbieten. Neben dem ethischen Aspekt kommt hier auch der kommerzielle Aspekt hinzu. Denn ein zurückgezogener Kunde ist ein verlorener Kunde. Bei der Konzeption von Angeboten sollte demnach ein Nutzungsweg enthalten sein, der es auch Interessenten mit physischen Einschränkungen ermöglicht, das Angebot wahrzunehmen.

Dieser Artikel erschien auf www.seniorwise.eu. Sie können den vollständigen Beitrag in englischer Sprache direkt bei den Usability-Experten von SeniorWise abrufen. Wir danken herzlich für die Zustimmung zur Verbreitung des Artikels.

asina Tablet zur Aktivierung des Seniors

Was asina bereits umgesetzt hat:

  • asina bietet den einfachen Zugang zum Internet und ist damit ein für den Senior angepasstes digitales Endgerät, das ihm erst ermöglicht, in Online-Shops einzukaufen.
  • Der asina Service umfasst zum einen die Fernwartung, über die Angehörige Bilder bereitstellen, Nachrichtenkanäle bündeln und Merklisten anlegen können. Zum anderen werden technische Fragen rund um asina telefonisch vom Kundenservice beantwortet.
  • asina hilft dabei, den Alltag zu strukturieren und unterstützt insbesondere mit dem Fotoalbum bei der biographischen Arbeit.
  • In asina können Anwendungen wie WhatsApp integriert werden, die dabei helfen, sich mit anderen Menschen zu vernetzen, alte Bekanntschaften zu pflegen und neue Kontakte zu finden.

„Die ersten Kunden sind die größten Fans meiner Geschäftsidee.“

futureSAX im Interview mit Dr. Matthias Stege von der exelonix GmH

futureSAX: Herr Dr.-Ing. Stege, die exelonix GmbH entwickelt und vertreibt Kommunikations- und Assistenzsysteme für ältere und allein lebende Menschen. Wie sind Sie auf die Idee gekommen? Gab es in Ihrem Umfeld Menschen, denen Sie damit helfen wollten?

Herr Dr. Stege: Mein Kollege in der Geschäftsführung und ich haben beide schon erfolgreich Start-ups mit aufgebaut – zuletzt gemeinsam 2013. Damals haben wir den Smart Home Markt genau analysierst und fanden, dass die Lösungen im Markt zwar die jungen „Nerds“ begeistern, aber unserer Meinung nach ältere Menschen viel mehr davon profitieren können. Deswegen haben wir Exelonix gegründet, um für diesen wachsenden Markt der Senioren Produkte zu entwickeln. Übrigens kam letztes Jahr eine Bitkomm-Studie zu dem gleichen Ergebnis: Fast zwei von drei Verbrauchern (62 Prozent) können sich vorstellen, Assistenzsysteme für kranke oder ältere Menschen einzurichten. Aber nur 6 Prozent planen dies derzeit konkret, weil es noch an Produkten fehlt[1]. Eine gute Bestätigung unseres Businessplans!

futureSAX: Und an welcher Produktinnovation arbeiten Sie derzeit? Können Sie hier schon etwas verraten?

Herr Dr. Stege: Wir bieten derzeit ein Familien-Tablet an, das speziell für die Bedürfnisse der Senioren und Technikeinsteiger entwickelt wurde. Dieses Tablet dient den Kunden quasi als Zentrale für Kommunikation, Hilfeleistungen und Sicherheit. Im nächsten Jahr werden wir eine Version unserer Software für Smartphones auf den Markt bringen. Dann brauchen Senioren nicht mehr auf Seniorentelefone ausweichen, sondern können jedes Smartphone mit unserer Software „seniorenfreundlich“ machen.

Lesen Sie das vollständige Interview bei futureSAX.